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Wie finanzieren Unternehmen heutzutage Investitionen und Ausgaben?

Im Internet gibt es zahlreiche News aus dem Finanzierungsbereich, die sich entweder mit aktuellen Geschehnissen im Bereich staatlicher und kommunaler Kreditaufnahmen beschäftigen oder mit Privatkunden. Eher selten wird allerdings darüber berichtet, wie beispielsweise heutzutage Unternehmen Investitionen oder sonstige Ausgaben finanzieren. Dabei gibt es hier verschiedene Möglichkeiten, wie unter anderem auch Selbstständige, Freiberufler oder eben andere Unternehmensformen die Chancen am Markt nutzen können, sich Kapital zu beschaffen.

Der klassische Bankkredit als Finanzierungsalternative

Zunächst einmal stehen Unternehmen natürlich grundsätzlich die klassischen Bankkredite zur Verfügung, wenn sie Kapital für Investitionen oder bestimmte Ausgaben benötigen. In diesem Fall reicht vielleicht schon die auf dem Girokonto zugesagte Kontokorrentlinie aus, um den Liquiditätsbedarf zu decken. Ist dies nicht der Fall, stellen die Kreditinstitute verschiedene, teilweise sehr spezielle, Kredite für Geschäftskunden zur Verfügung. Dabei kann es sich beispielsweise um Existenzgründungsdarlehen, Gewerbekredite oder auch gewerbliche Immobilienkredite handeln. Infrage kommen solche Bankkredite zur Finanzierung vor allem dann, wenn das Unternehmen über eine gute Bonität verfügt.

Crowdfunding und Crowdlending als neuere Finanzierungsalternativen

Eine vergleichsweise noch relativ neue Finanzierungsalternative, die auch von Unternehmen in verstärktem Umfang genutzt wird, ist das sogenannte Crowdfunding bzw. Crowdlending. Im Kern beinhaltet diese Finanzierungsvariante, dass Privatpersonen sich auf einen Kreditmarktplatz „sammeln“, um dort anderen Personen oder auch Unternehmen ihr Geld zur Verfügung zu stellen. Entgegen der landläufig verbreiteten Meinung sind es auf den Kreditmarktplätzen nicht ausschließlich Privatpersonen, die nach Krediten suchen. Unternehmen nutzen seit geraumer Zeit ebenfalls immer öfter die Möglichkeit, Projekte vorzustellen und Kapital von verschiedenen privaten Kapitalgebern einzusammeln.

Ausgabe von Aktien, Anleihen und Nachrangdarlehen

Ein ganz anderer Weg der Kapitalbeschaffung, der allerdings nicht für kleinere Unternehmen, sondern eher für Firmen aus dem Bereich Mittelstand oder größere Unternehmen infrage kommen kann, ist die Kapitalbeschaffung am Kapitalmarkt. Gemeint ist damit in erster Linie die Ausgabe von Aktien, Anleihen oder Nachrangdarlehen. In diesem Fall wird das benötigte Kapital nicht von den Banken oder privaten Geldgebern über Kreditmarktplätze eingesammelt, sondern von interessierten Anlegern und Investoren. Der Vorteil dieser Finanzierungsalternative ist, dass dadurch teilweise relativ hohe Kapitalsummen in das Unternehmen fließen können.

Ein Nachteil besteht allerdings in den oftmals hohen Kosten, die beispielsweise ein Börsengang oder die Emission von Anleihen mit sich bringen würde. Genau aus diesem Grund eignen sich diese Methoden der Kapitalbeschaffung auch nur für größere und finanzkräftige Unternehmen, die zudem ein relativ hohes Volumen benötigen. Wer hingegen als Unternehmen beispielsweise nur einen Finanzierungsbedarf im mittleren oder unteren fünfstelligen Euro-Bereich hat, für den eignen sich in erster Linie Bankkredite oder auch Kreditmarktplätze, wo private Anleger ihr Kapital zur Verfügung stellen.

Bildquelle: bykst / pixabay (https://pixabay.com/de/start-unternehmer-gesch%C3%A4ft-1170145/)