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Banken Managment

Vorstände von Banken kritisieren Höhe der Sollzinsen

Schon seit Jahren sind die zu hohen Dispozinsen ein großes Thema in der Finanzwelt, wobei es naturgemäß bisher nahezu ausschließlich Kunden und Verbraucherschützer sind, die Sturm gegen die oftmals zweistelligen Dispozinsen laufen. Umso erstaunlicher ist es, dass jetzt auch einige Banken in die Offensive gehen und sich kritisch über die Höhe der zu zahlenden Sollzinsen äußern. Dies trifft beispielsweise auf den Vorstandschef der comdirect, Arno Walter zu, der die Dispozinsen im zweistelligen Prozentbereich als nicht mehr vertretbar und nicht zeitgemäß erachtet.

Nach wie vor finden sich zahlreiche Banken und Sparkassen, bei den Kunden mehr als zehn Prozent für die Inanspruchnahme des Dispositionskredites zahlen müssen. Auch Untersuchungen der Stiftung Warentest und anderer Organisationen kommen regelmäßig zu dem Ergebnis, dass Sollzinsen im zweistelligen Prozentbereich von 10, 11 oder sogar 12 Prozent, nach wie vor eher die Regel als die Ausnahme sind. Bisher waren es natürlich vor allem die Bankkunden selbst und auch zahlreiche Verbraucherschützer, welche die hohen Dispozinsen scharf kritisiert haben. Jetzt scheint sich allerdings auch zumindest bei einigen Banken die Erkenntnis durchzusetzen, dass Sollzinsen von zehn Prozent und mehr einfach derzeit nicht mehr angemessen und daher nicht mehr vertretbar sind.

Chef der comdirect äußert sich kritisch

Diesbezüglich äußerte beispielsweise vor kurzer Zeit der comdirect Chef Arno Walter, der eben genau diese Dispozinsen in Höhe von zehn Prozent und mehr als unvertretbar hoch bezeichnete. Aber auch manche Ratenkredite, die Zinssätze zwischen neun und über zehn Prozent beinhalten, sind nicht mehr der Marktsituation entsprechend. In dem Zusammenhang begründete der comdirect Vorstand gleichzeitig auch, warum viele Banken und Sparkassen trotz der auf dem Nullpunkt angelangten EZB-Zinsen nach wie vor relativ hohen Dispozinsen veranschlagen. Der Hauptgrund sei die Bequemlichkeit vieler Kunden, die schlichtweg nicht ihre Chancen nutzen, eine Bank mit besseren Konditionen zu finden oder eine Alternative zum Dispositionskredit in Anspruch zu nehmen. Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, den hohen Dispozinsen von zehn und mehr Prozent zu entgehen.

Bank wechseln oder in Ratenkredit umschulden

In der Praxis sind es insbesondere zwei Möglichkeiten, die im Prinzip fast jeder Kontoinhaber in Deutschland hat, der aktuell einen Dispositionskredit mit einem Zinssatz von zehn Prozent und mehr nutzt. Die eine Option besteht darin, die Angebote der Banken zu vergleichen und dann zu einem Kreditinstitut zu wechseln, welches einen günstigeren Dispozins veranschlagt. Dass es solche Banken gibt, lässt sich relativ einfach feststellen. Insbesondere unter den Direktbanken sind die günstigeren Angebote zu finden, wie zum Beispiel bei der ING-DiBa, der DKB oder auch bei der comdirect. Hier zahlt der Verbraucher teilweise nur einen Dispozins von acht oder neun Prozent und ist damit zumindest nicht mehr im zweistelligen Bereich angelangt. Eine weitere Alternative kommt insbesondere dann infrage, wenn der Dispositionskredit in relativ hohem Umfang oder über einen längeren Zeitraum beansprucht wird, nämlich die Umschuldung in einen Ratenkredit. Solche Ratenkredite werden heutzutage teilweise schon zu Zinssätzen von unter drei Prozent angeboten, sodass hier ein erhebliches Sparpotenzial besteht, was die aufs Jahr gerechnet zu zahlenden Kreditzinsen angeht.

Bildquelle: geralt / pixabay.com (https://pixabay.com/de/personen-gruppe-silhouetten-mann-365964/)