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Schulden können krank machen – richtig finanzieren ist wichtig

Der aktuelle Kreditkompass der Schufa zeigt, dass über 97 Prozent der Bundesbürger, die einen Ratenkredit aufgenommen haben, im vergangenen Jahr ihre Schulden ordnungsgemäß zählen konnten. Dennoch haben in der Vergangenheit bereits mehrere Studien gezeigt, dass Schulden, insbesondere die Aufnahme von Krediten, auch krank machen können. Allerdings kommt es nach Ansicht der meisten Experten immer darauf an, in welchem Umfang Kredite aufgenommen werden und wie sich die jeweilige Einkommens- und finanzielle Situation der Kreditnehmer im Allgemeinen darstellt.

Schulden führen statistisch betrachtet häufiger zu Erkrankungen

Eine aussagekräftige Studie, die sich mit dem Thema Schulden machen und einem erhöhten Krankenstand beschäftigt hat, stammt bereits aus dem Jahre 2008. Damals hatte das Institut für Arbeit, Sozial- und Umweltmedizin der Johannes Gutenberg Universität Mainz eine derartige Studie durchgeführt und eindeutig festgestellt, dass Verbraucher, die Schulden haben, statistisch betrachtet häufiger an Erkrankungen leiden. Dabei waren diese Personengruppen insbesondere überdurchschnittlich häufig von psychischen Erkrankungen sowie Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen betroffen. Der damalige Leiter der Studie ging sogar noch einen Schritt weiter, indem er sagte, dass der gesundheitliche Zustand der Personengruppe mangelhaft sei. Einen Schluss aus der Studie ist also, dass Schulden – zumindest statistisch betrachtet – zu häufigeren Erkrankungen führen, als wenn Verbraucher keine Kredite zurückzahlen müssen.

Finanzielle Gesamtsituation und Finanzierung nicht außer Acht lassen

Vielen Kritikern sind solche Studien zu allgemein, da meistens eine Gruppe von Kreditnehmer betrachtet wird, jedoch innerhalb dieser Darlehensnehmer nicht weiter differenziert wird. So kommt es nach Ansicht nicht weniger Fachleute beispielsweise darauf an, wie sich die gesamte finanzielle Situation des Kreditnehmers darstellt. Ist diese stabil, halten es durchaus diverse Experten für unwahrscheinlich, dass ein normaler Ratenkredit, beispielsweise zur Finanzierung eines neuen Fahrzeuges, tatsächlich zu einem erhöhten Risiko für Erkrankungen führen sollte.

Anders stellt sich die Lage natürlich dar, wenn die finanzielle Situation ohnehin etwas angespannt ist und durch einen neuen Kredit vielleicht sogar noch verschärft wird. Zudem gibt es ebenfalls deutliche Unterschiede zwischen der Persönlichkeitsstruktur der einzelnen Kreditnehmer. Manche Verbraucher belastet praktisch jede Art von Schulden, auch wenn es aus finanzieller Sicht dazu keinen Grund gibt. Diese Personen sind natürlich besonders gefährdet, da allein die Tatsache, dass Schulen vorhanden sind, zu einem höheren Erkrankungsrisiko führen. Andere Kreditnehmer hingegen haben absolut kein Problem mit Schulden, obwohl dies manchmal sogar angebracht wäre, da der Schritt zur Überschuldung mitunter sehr kurz ist.

Bildquelle: stevepb / pixabay.com (https://pixabay.com/de/hypertonie-bluthochdruck-herz-867855/)