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Finanzierung der Arbeitslosigkeit nicht unmöglich

In den meisten Fällen sind es Arbeitnehmer, die sich von der Bank Geld leihen, um eine bestimmte Konsumausgabe zu finanzieren. Im Allgemeinen setzen die Banken nicht nur eine intakte Schufa voraus, sondern ein regelmäßiges Einkommen muss ebenfalls erzielt werden, falls der Kredit genehmigt werden soll. Unter einem regelmäßigen Einkommen verstehen die Banken in aller erster Linie ein Festgehalt, welches aus einer abhängigen Beschäftigung heraus resultiert. Selbstständige und Rentner haben darüber hinaus meistens ebenfalls Möglichkeit, einen Kredit zu erhalten. Etwas anders stellt sich die Situation hingegen bei Empfängern von Arbeitslosengeld I oder II dar, da hier eine Finanzierung oftmals für nicht möglich angesehen wird.

Zwischen Arbeitslosengeld I und ALG II (Hartz IV) unterscheiden

Grundsätzlich ist es zwar in vielen Fällen so, dass der Bezug von Arbeitslosengeld nicht ausreicht, um von dem übrig bleibenden Einnahmen einen Kredit zu finanzieren. Dies trifft prinzipiell aber keineswegs auf alle Empfänger von Arbeitslosengeld I zu, denn natürlich kommt es immer darauf an, wie hoch das zur Verfügung gestellte Arbeitslosengeld ist und welche monatlichen Ausgaben vorhanden sind. Zu diesem Zweck ist es ebenfalls wichtig, eine strikte Trennung zwischen Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II, welches auch als Hartz IV bekannt ist, vorzunehmen. Während der Bezug von Arbeitslosengeld II in der Praxis durchaus eine Finanzierung durch einen Bankkredit möglich machen kann, ist dies beim Bezug von Hartz IV faktisch auszuschließen. Lediglich winzigste Raten, die beispielsweise 10 oder 15 Euro im Monat betragen, können in einem solchen Fall mitunter bezahlt werden.

Kredit auf kurze Laufzeit von zwölf Monaten beschränken

Vom Grundsatz her ist es demnach auch für Arbeitslose mit Bezug von Arbeitslosengeld I möglich, ein Darlehen zu finanzieren. Allerdings ist es natürlich wichtig, hier eine Einnahmen- und Ausgabenrechnung zu erstellen und dabei darauf zu achten, dass die monatlichen Ausgaben eine Kreditrate zu lassen. Darüber hinaus ist es bei der Kreditvergabe von großer Bedeutung, dass es sich lediglich um ein Darlehen mit kurzer Laufzeit handelt. Nach spätestens zwölf Monaten endet hierzulande nämlich der Bezug von Arbeitslosengeld I. Sollte der Empfänger dann noch keine Beschäftigung haben, würde er in Hartz IV rutschen, sodass sich die finanziellen Verhältnisse noch einmal drastisch ändern.

Demzufolge wäre es grob fahrlässig, wenn ein Empfänger von Arbeitslosengeld I beispielsweise einen Kredit in Höhe von 10.000 Euro aufnehmen würde, den er über viele Jahre hinweg zurückzahlen würde. Hier sind natürlich auch die Banken in der Pflicht, darauf zu achten, dass die Verhältnisse stimmen und daran gedacht wird, dass der Bezug von Arbeitslosengeld I nach spätestens fünf Monaten endet. Sollte aber beispielsweise eine Finanzierung innerhalb dieser kurzen Rückzahlungsdauer möglich sein, spricht vom Grundsatz her nichts dagegen, auch einem Empfänger von Arbeitslosengeld I ein Darlehen zu gewähren, falls bei der monatlichen Einnahmen- und Ausgabenrechnung ein frei verfügbares Einkommen ermittelt wird, welches die Höhe der vereinbarten Kreditrate übersteigt.

Bildquelle: geralt / pixabay.com (https://pixabay.com/de/arbeitssuche-arbeit-silhouetten-68958/)