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Existenzgründung – so finanzieren Jungunternehmer richtig

In Deutschland wächst nach wie vor die Zahl der Bürger, die sich entweder direkt nach ihrer Ausbildung oder nach dem Studium selbstständig machen oder ihren bisherigen Angestelltenjob aufgeben und den Schritt in eine selbstständige oder freiberufliche Tätigkeit wagen. Mitunter spielt auch die Tatsache eine Rolle, dass der Betroffene bisher arbeitslos ist und in der Selbstständigkeit eine Möglichkeit sieht, zukünftig ein zumindest einigermaßen sicheres Einkommen zu erzielen. In nicht wenigen Fällen fehlt es zu Beginn allerdings an den finanziellen Mitteln, sodass eine Finanzierung insbesondere für junge Unternehmer oftmals überlebensnotwendig ist.

Übersicht über die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten

In Deutschland stehen Existenzgründern durchaus einige Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung, denn von unterschiedlichen Stellen aus gibt es in dieser Hinsicht Unterstützung. Insbesondere die folgenden Finanzierungsformen sind es, die je nach Situation und Bedarf dazu dienen können, zumindest einen größeren Teil der Existenzgründung auf finanziell sichere Beine zu stellen:

  • Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit
  • Existenzgründungsdarlehen der Bank
  • Programme der Städte, Bundesländer und des Bundes
  • Crowdlending

Wie man an dieser Aufstellung gut erkennen kann, gibt es einige unterschiedliche Finanzierungsvarianten, die speziell für Existenzgründer geeignet sind.

Gründungszuschuss und Existenzgründungsdarlehen der Bank

Wer aus der Arbeitslosigkeit heraus ein Unternehmen gründen bzw. sich selbstständig machen möchte, der kann mitunter vom sogenannten Gründungszuschuss profitieren. Es handelt sich dabei um eine staatliche Geldleistung, die unter bestimmten Voraussetzungen genehmigt werden kann. Der Gründungszuschuss hat eindeutig zum Ziel, mindestens in den ersten sechs Monaten für die Existenzsicherung des Existenzgründers zu sorgen, indem praktisch das bisherige Arbeitslosengeld I weiter gezahlt wird und darüber hinaus ein kleinerer „Bonus“ im Gründungszuschuss enthalten ist, der dafür gedacht ist, die zukünftigen Krankversicherungsbeiträge abzudecken.

Wer nicht aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen möchte, der hat keinen Einspruch auf einen solchen Gründungszuschuss. In solchen Fällen kommt mitunter ein Existenzgründungsdarlehen infrage, das durchaus von einigen Banken zur Verfügung gestellt wird. Es handelt sich dabei meistens um einen klassischen Ratenkredit, der mit der Auflage verbunden ist, dass die zur Verfügung gestellte Kapitalsumme ausschließlich zur Gründung und den damit zusammenhängenden Ausgaben genutzt wird. Sinnvoll ist es, die Angebote zu vergleichen, da sich Existenzgründungsdarlehen insbesondere im Hinblick auf die zu zahlenden Zinsen unterscheiden.

Staatliche Förderprogramme und Crowdlending als Alternativen

Wer weder aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen noch in größerem Umfang ein Existenzgründungsdarlehen der Bank beanspruchen möchte, für den bieten sich unter anderem zahlreiche Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Städte und Gemeinden an. Hier muss man sich allerdings im einzelnen darüber erkundigen, welches Programm infrage kommt und vom jeweiligen Bundesland bzw. von der Gemeinde, in der man lebt, zur Verfügung gestellt wird. Definitiv infrage kommt beispielsweise das Förderprogramm der KfW-Bank, welches es auch für Existenzgründer gibt.

Eine noch vergleichsweise junge Finanzierungsmöglichkeit, die allerdings bei vielen Existenzgründern immer beliebter wird, ist das sogenannte Crowdlending. Dabei handelt es sich um eine Variante des Crowdfunding, die sich dadurch kennzeichnet, dass private Geldgeber dazu bereit sind, sowohl anderen Privatpersonen als auch junge Unternehmen finanziell durch einen Kredit unter die Arme zu greifen. Crowdlending zeichnet sich insbesondere durch die unkomplizierte Finanzierungsmöglichkeit aus und auch dadurch, dass eine eventuelle Kreditlinie bei der Bank nicht belastet wird.

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