Navigation

Banken senken Dispozinsen nur geringfügig

Die seit Jahren sinkenden Leitzinsen der Europäischen Zentralbank haben bereits bei zahlreichen Banken dazu geführt, dass die Zinsen insbesondere im Bereich der Immobilienkredite, aber auch bei den Ratenkrediten in der Vergangenheit deutlich reduziert wurden. Eine Darlehensart, die allerdings nahezu vollkommen ausgenommen von diesem Trend zu sein scheint, sind nach wie vor die Dispositionskredite. Zwar ist aktuell festzustellen, dass manche größere Banken ihre Dispozinsen vor kurzer Zeit reduziert haben oder eine Senkung für die kommenden Wochen angekündigt haben, jedoch handelt es sich dabei in aller Regel nur um minimale Reduzierungen.

Dispozinsen sinken oft nur um 0,1 Prozent

In den meisten Fällen bewegen sich die Reduzierungen bei den Dispozinsen, die von den Banken entweder bereits vorgenommen oder für die Zukunft angekündigt wurden, lediglich in einem Rahmen zwischen 0,1 und 0,3 Prozent. Vor dem Hintergrund, dass eben diese Kreditinstitute ohnehin mit teilweise elf oder zwölf Prozent ohnehin schon einen sehr hohen Dispozins berechnen, ist auch die Reduzierung nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein. Berechnet eine Bank bisher beispielsweise einen Dispozinssatz von 11,60 Prozent und reduziert diesen um 0,1 Prozent, so müssen Kontoinhaber, die ihr Girokonto überziehen, nach wie vor über elf Prozent an Zinsen zahlen. Vor dem Hintergrund, dass sich die Banken bei der Europäischen Zentralbank kostenlos Geld leihen können, halten dies insbesondere Verbraucherschützer mittlerweile für eine in der Höhe unverantwortliche Zinseinnahme. Mindestens in den einstelligen Prozentbereich sollte es nach Meinung vieler Experten und der Verbraucherschützer bei den Dispozinsen heruntergehen.

Banken argumentieren mit falscher Nutzung durch die Kunden

Ein häufig gehörtes Argument der Banken, welches zur Begründung der hohen Dispozinsen dienen soll, besteht darin, dass die auf dem Girokonto zur Verfügung gestellte Kreditlinie oftmals schlichtweg von Verbrauchern in falscher Weise genutzt wird. Vorgesehen ist der Dispositionskredit nämlich eigentlich nur dafür, um einen kurzfristigen Liquiditätsengpass zu überbrücken. Stattdessen nehmen zahlreiche Bankkunden diese Kreditlinie allerdings teilweise über Jahre hinweg in Anspruch, was schlichtweg nicht Sinn und Zweck des Dispositionskredites ist. Zudem muss die Bank den einmal zugesagten Kredit natürlich in gewisser Weise stets bereithalten, falls dieser vom Kunden abgerufen wird. Sicherlich ist an dieser Argumentation etwas dran, sodass Bankkunden auch in gewissem Umfang eigenverantwortlich handeln sollten. Dies beinhaltet vor allem, dass der Dispokredit eben nicht über einen längeren Zeitraum hinweg genutzt wird, sondern bei vorhandenem Kapitalbedarf stattdessen lieber ein deutlich günstigerer Ratenkredit aufgenommen werden sollte.

Bildquelle: #49586245 – © Björn Wylezich – Fotolia.com (https://de.fotolia.com/id/49586245#)